Dienstag, 9. Juni 2026

Tag 20

Chalon-sur-Saône - Dole

96km 287HM

Mütterchen Jacqueline hat gestern angekündigt, dass heute Philippe, der Concierge die Schlüssel von unserer Loge abholen würde. Mit ihm haben wir dann direkt um 8:15h abgemacht. Wir stehen fertig gepackt und ausgefädelt vor der Türe, als er pünktlich angetrottet kommt. Die Übergabe halten wir kurz, obwohl Philippe noch gerne etwas mit uns geplaudert hätte.
Das System „Starbucks“ lässt sich auch hier in Chalon anwenden, und wie gestern schon, sind wir praktisch die einzigen Gäste, die am Morgen ihr Kaffee in dem riesigen Laden trinken. Etwas frustriert über die täglich schlechter werdenden Wetterprognosen starten wir in Chalon-sur-Saône auch beizeiten. Die warmen Kleider wie auch der Regenschutz haben wir mittlerweile von zuunterst aus der Sacoche in Griffnähe geholt. Etwas ausserhalb kaufen wir bei der Bäckerei von Marie Blachère noch ein paar Süssteile für unterwegs und los gehts.
Der Himmel ist wolkenverhangen aber mit Rückenwind kommen wir gut voran. Im Eco-Modus zu fahren gibt zudem warm und manchmal blinzelt sogar die Sonne hervor.
Aber die „Barré-Schilder“ lassen auch heute nicht lange auf sich warten. Die erste Sperre ist letztendlich nur ein Betonblock, der die Autos von der Durchfahrt abhalten soll, aber das ist nicht so ausgeschildert und man weiss nie, für wen dass „Gesperrt-Schild“ eigentlich gilt. Beim zweiten ist eine Umleitung ausgeschildert, aber die führt in die Richtung aus der wir gerade kommen. Wir schustern uns eine eigene „Deviation“ über die Neben- und dann über die Hauptstrasse Richtung Norden. Wir staunen: auf diesen Strassen ist praktisch null Verkehr. Vielleicht zehn Fahrzeuge in einer halben Stunde. Nach ein paar Kilometern finden wir heraus, was der Grund der Sperrung ist. Die Brücke bei Verdun wird erneuert und das ist der Punkt, wo der Doubs in die Saône mündet. Wegen der Absperrung könne wir uns das nicht ansehen.
Unser Weg führt aber weiter wieder auf dem Radweg entlang der Saône. In der Nähe von Losne sehen wir einen viereckigen Kasten auf Rädern vor uns. Man sieht erst nicht was vorne das Gefährt antreibt, ausser ein, zwei Hunde die rechts davon zu sehen sind. Als wir uns nähern gibt das Häuschen ein akustisches Signal von sich und eine Hand winkt, dass wir überholen sollen. Erst dann sehen wir, dass vorne ein Liegevelo vorgespannt ist und drei Hunde mehr oder weniger mithelfen, den „Wohnwagen“ zu ziehen. Später google ich den Typen, es ist Max Le Bourlingueur, ein Velo-Nomade, Velomechaniker und Schlittenhundführer https://www.maxlebourlingueur.com , was es nicht alles gibt.

Das Wetter wird freundlicher und wir laufen gegen 15 Uhr in Dole ein. Mitten in der Altstadt ist unsere Wohnung, aber von der Strasse aus sehen wir, dass noch geputzt und gesaugt wird und so fahren wir zum Stadtzentrum und genehmigen uns dort vor der Kirche etwas zum Trinken. 

Die Wohnung ist riesig und anstatt, dass wir wie vorgesehen die Velos in dem verstaubten und stinkigem Verschlag im Innhof abstellen fahren wir gleich in die Wohnung. In der Küche sind sie gut aufgehoben und können dort auch gleich aufgeladen werden. 

Dole überrascht uns völlig mit dem Wasserlauf mit den Seerosen mittendurch. Kleine Restaurants am Wasser und viele spannende, historisch interessante Winkel und Brücken. Von unserem Zimmer sehen wir gleich auf das Geburtshaus von Louis Pasteur, dem hier mehr oder weniger alle gewidmet ist. Auch die Stiftskirche Notre-Dame ist sehr eindrücklich. Wir geniessen es bei sonnigem aber etwas kühlerem Wetter die Stadt zu entdecken. 

Im „L’Antidote“ - dem Gegenmittel gegen was wissen wir nicht -  essen wir sehr lecker. Dole ist unbedingt eine Reise wert.

auf ein Neues

mit Gemüsegarten

bei Marie Blachère

sogar Brennesseln scheinen zu schmeckern

je vois un lapin

diese Wolken wieder…

nicht schon wieder

wird zum running gag

Max Le Bourlingueur

Losne

Notre-Dame

Zusammenfluss Rhône au Rhin Kanal in die Saône