Dienstag, 2. Juni 2026
Tag 13
La Ciotat - Aix-en-Provence
63km 1021HM
Mit Alessio haben wir vereinbart, dass wir um 9Uhr abreisen und er dann die Schlüssel wieder abholt. Remo möchte noch die mit Sand panierten Ketten reinigen und schmieren und so machen wir uns auf den Weg, die Räder aus den Tiefen der 2 stöckigen Autoeinstellhalle hochzuholen. Das Tor von Alessios Box war gestern Abend schon schwer zu öffnen und zu schliessen. Beim zweiten Anlauf gibt es einen Schnall und die linke Rolle springt aus der Schiene. Das Tor hängt nun halb offen und schräg nur noch in der rechten Schiene. Was für ein toller Start in den Tag. Wir holen die Velos aus der Box raus, nicht dass wir sie noch blockieren beim Versuch den Schaden zu beheben. Aber das Tor macht nur noch quietschende Geräusche beim Versuch, die linke Seite hochzuheben ansonsten macht es keinen Wank. Während ich Remo beim Service assistiere gehe ich im Kopf durch, wie wir im Ausland haftpflichtversichert sind.
Pünktlich um neun taucht Alessio auf und er hat den Schaden bereits gesehen. Er macht sich mehr Sorgen um unsere Gesundheit als um das Tor, aber uns ist ja nichts passiert. Er nimmt es gelassen und meint, es hätte ja bereits geklemmt und er habe genügend Zeit das zu beheben. Erleichtert übergeben wir ihm den Schlüsselbund und rollen zur nächsten Bäckerei. Zur Feier des Tages gibt es zum Croissant noch ein Süssteilchen.
Der Schlag heute ist nicht so lang und wir nehmen uns Zeit bis hinaus zur Werft zu fahren, wo Top-Yachten repariert und renoviert werden. Die Auftragslage scheint gut zu sein, es liegen einige Riesentöpfe vor der Werft, welche mit dem riesigen Kran schon von weit her sichtbar ist. Auf dem Hügel dahinter hat man eine gute Übersicht und dort gibt es sogar einen botanischen Garten. Der Wärter des Parks will uns dazu überreden den Park zu besuchen, es sei gratis. Es wäre sicher sehr schön, aber wir verabschieden uns vom Meer und machen uns auf den Weg ins Landesinnere.
Vorher gibt es noch ein paar Rumpfübungen für Remo. Der Schlaumeier, der die Abschrankungen zum Radweg eingekauft hat, war sicher kein Radfahrer. Jedes Mal wenn der Radweg die Strasse quert gibt es diese „Geschwindigkeitsbegrenzer“. Es gibt eine Art Drehkreuz um mit dem Kinderwagen durchzukommen - unsere Velos sind aber zu lang. Dann gibt es noch zwei Pfosten mit zwei horizontalen Metallteilen auf Kniehöhe. Der Durchlass ist so schmal, dass man mit dem Velo nur mit akrobatischen Künsten und auch nur ohne Gepäck zwischendurch kommt. Unser Gepäck ist aber so breit wie die Pfosten auseinander stehen. So muss Remo bei allen 10 Abschrankungen das Hinterrad über das Hindernis hinüber heben und das mal 2. Dafür lernt man dabei Leute kennen. Ein älteres Paar - also etwa so wie wir - kommt uns entgegen und ihr Dialekt ist eindeutig „baslerdiitsch“. Wir halten einen kurzen Schwatz über das Reisen mit Velo und so.
Ausserhalb von La Ciotat wird der Weg rasch ziemlich steil und so kommt mir das Extra-Süssteil gleich zu Gute. Es ist nicht mehr so heiss und die Fahrt ist sehr abwechslungsreich durch Föhren- und Pinienwälder. Manchmal steht noch eine Leitplanke im Weg, die überwunden werden muss, aber das lässt sich lösen.
In der Nähe von Meyreuil stehen zwei Kühltürme dominant in der Gegend. Es ist kein AKW wie vorerst angenommen, sondern ein ausgedientes Kohlekraftwerk, das auf Biomasse, also Holz umgebaut wurde. So wie ich es verstanden habe hat es aber nie eine Betriebsbewilligung erhalten.
Aix-en-Provence ist eine schöne und auch touristisch attraktive Stadt. Das merkt man gleich an den hunderten von Restaurants und Bars auf den Plätzen und Gassen. Wir schlängeln uns zur Unterkunft, heute wieder einmal wie eine Schnitzeljagd. Schlüsseltresor da, Eingangstor dort, Glastüre rechts etc. Ich mache Reko, wo wir die Räder unterbringen könnten. Der Vermieter hat von einem Fahrradkeller geschrieben, von dem er aber selber nicht genau wusste, hinter welcher Tür dieser ist. Bevor ich an fremden Türen rüttle checken wir die Option Zimmer. Mit dem Aufzug hochkant in den 1. Stock und dort passt sogar der Lenker mit vielem Zirkeln durch den Flaschenhals in unserem Zimmer. Der Balkon, welcher auf den Bildern viel einladender aussah finden die Velos für diese Nacht ihre Bleibe.
Während wir den Tag bei einem Bier unter Sonnenschirmen Revue passieren lassen, fängt es an zu regnen, zuerst wenig und dann ein Wolkenbruch. Wir retten uns gerade noch rechtzeitig unter die dichtere Store beim Haus und sehen dem Treiben der Leute zu.
Zum Nachtessen zieht es uns bei einem „Italiener“ rein und das Essen ist wirklich sehr lecker. Auf der Suche nach einem Glacé klappern wir danach die Gelaterias ab. Wir sehen einen Laden, wo man wie bei Fastfood-Ketten seine Bestellung vorab am Bildschirm eingeben muss. Das ist nichts für uns, wir wollen noch das gute alte Drängeln vor der Theke. Aber bald stellen wir fest, dass hier bereits fast alle auf das neumödige System umgestellt haben und die „analogen“ Läden wirken nicht so einladend. So knicken wir schon ein mit unserem Grundsatz und bestellen die Glacé halt auch digital und warten bis unser Name aufgerufen wird. Das Glacé war auf jeden Fall sehr fein!
merde….
Schmieren und Salben
Fachkräftemangel
Shipyard
which way…
this way
ansonsten schöner Radweg
andere Szenerie
nächstes Hindernis
überwunden
trauriger Anblick und das in einem Zirkus
Biomasse Kraftwerk nie in Betrieb gegangen
keine Bügelwäsche heute
1. Etappe geschafft
hoch das Rad
die fehlende Türe stört hier keinen
Aix-en-Provence
Der Ortsbus
Apéro-Time
Erster Regen auf der Tour
Feigenbaum auf dem Balkon
frisch gewaschen
hier kocht der Chef - oder so…
lecker gegessen
welches Eis hättens denn gern
Fahrt auf Relive