Freitag, 22. Mai 2026
Tag 2
Domodossola - Novara
113km 545HM
Nach dem feinen Frühstück im Gewölbekeller von Nicomat Rooms starten wir heute mit mehr Elan als gestern. Die Frau vom Hotel fragt nach unserem nächsten Ziel und als sie erfährt, dass wir heute nach Novara fahren, erwähnt sie, dass der Giro d’Italia heute von Alessandria nach Verbania unterwegs sei.
Aber im ersten Abschnitt unserer Route ist nichts mit Giro, es geht nämlich gemütlich entlang des Torce, mal durch Wälder und wenig befahrener Hauptstrasse, mal hoppelt ein kleiner Hase vor meinem Vorderrad durch, mal springt ein prächtiger Rehbock vor uns ins Gebüsch. Der Wind ist heute leider nicht mehr mit, sondern gegen uns, aber wir haben ja Motor.
In Gravellona verlassen wir den Torce, während dieser etwas weiter unten in den Lago Maggiore mündet, fahren wir durchs Valle Strona weiter bis Omegna, wo wir am hübschen Lago d’Orta eine kurze Pause machen.
Im malerischen Orta San Guilio halten wir für die Mittagspause und geniessen das Ambiente auf der Piazza in diesem wunderbaren Ort bei einem Toast und flüssiger Erfrischung.
Langsam verlassen wir das Tal und bald ist um uns nur noch die weite Ebene und erste Reisfelder tauchen auf. In Borgomanero ist die Innenstadt abgesperrt, aber mit Rädern kommt man trotzdem hinein. Auf dem Kreisel mitten im Ort wird gerade die Party für die Durchfahrt des Giro initiiert. Immer mehr Leute strömen auf den Kreisel und ein DJ und die vielen Sponsoren heizen so richtig ein. Wir schauen dem Treiben etwas zu und amüsieren uns köstlich über die Ordnungshüter aller Couleur: Die Carabinieri, die Polizia, die Guardia Finanza und die Polizia Locale, alle haben sie ihren Auftritt und stolzieren wie Gockel um die Menschenmenge als wären sie im Hühnerstall. Nur die beiden jungen Carabinieri werden plötzlich ganz klein, als die Sirene und das Blaulicht ungewollt an ihrem Fahrzeug in der Nähe losgehen, ohne dass jemand am Wagen ist…
Wir kennen den Zeitplan des Rennens nicht und wir können uns und die Velos in den vielen Menschen kaum mehr bewegen und so schlängeln wir uns aus der Menschenmenge und aus dem Ort.
Nach einigen Kilometern in Sant‘ Antonio werden wir wieder angehalten. Hier auf dem Land ist die Szenerie viel beschaulicher. Kein DJ, keine Sponsoren, nur ein paar Schaulustige aus der Umgebung. Der Mensch im orangen Overall macht uns klar, dass es für uns hier nicht weiter geht. Eine Mutter erkennt unser Problem und zusammen mit zwei Jugendlichen, vielleicht Ihre Kinder kommt sie auf uns zu und weist das ältere Mädchen, etwas 15 Jahre alt, an uns auf Englisch zu fragen wo wir hin müssen. Und die junge Frau erklärt uns in einem super Englisch, und mit viel Wissen der umliegenden Geografie, wie wir zu einer Parallelstrasse kommen und so die Sperrung umfahren können. Diese Familie sitzt bestimmt nicht dauernd am Handy, dass die Tochter die Umgebung und den Wald so gut kennt und auch erklären kann. Super gemacht, danke!
So gehts halt mal wieder durch den Wald und holpriges Gelände. Wir hoffen, dass es keinen Grund gibt, dort anzuhalten, denn millionen Mücken sind im Standby und warten auf Opfer.
Ein paar Kilometer sind wir dank dem Umweg weiter vorgerückt aber in Cavaglietto ist wieder finito. Diesmal stimmt das Timing. Kurz nach unserer Ankunft am gesperrten Kreisel - hier sind es keine stolzen Carabinieri die uns anhalten, sondern ein paar pensionierte Folontieris im orangen Kombi. Schon bald düsen die ersten Motorräder von Sicherheit und Polizei über den Kreisel und dann kommen die Hauptakteure, die Radfahrer in einer sehr kompakten Gruppe und zum Schluss noch unzählige Team-Fahrzeuge. Sogar die Kirchenglocken haben sie in Cavaglietto zur Feier des Rennens läuten lassen. Man muss sich zu helfen wissen, wenn man keinen Party-LKW mit DJ hat.
Nachdem der Besenwagen durch ist, können wir die Strasse nutzen und es fühlt sich fast wie an einem autofreien Sonntag auf der Autobahn an, nur Radler und keine Autos.
Nach ganz langen und geraden Strecken kommen irgendwann riesige Kirchtürme in Sicht und wir nähern uns unserem Ziel Novara. Der Verkehr wird grossstädtisch und nach einem kleinen Umweg sind wir vor unserer Unterkunft. Die Vermieterin trifft nach einem Anruf bald ein und erklärt uns alles. Sogar einen Ring ist im Innenhof auf dem Parkplatz angebracht, damit die Fahrräder angekettet werden können.
Wir deponieren das Gepäck und machen uns gleich auf die Suche nach einem „Not-Bier“. Es ist heiss geworden und wir haben viel zu wenig getrunken. Das holen wir jetzt nach.
Beim Nachtessen sind wir nicht sehr wählerisch. Es ist Freitagabend und viele Leute sind unterwegs und wir ergattern ein Tischchen im Pizzium. In Novara findet an diesem Wochenende das „Festivart“ statt und wir kommen in den Genuss von einem tollen Auftritt von jungen Tänzern.
Vogogna
Vogogna
Omegna
Lago d‘Orta
nö, gibt nix
Orta San Giulio
Orta San Giulio
Orta San Giulio
Orta San Giulio
Orta San Giulio
wir kommen wieder
Orta San Giulio
Schaf und Pony, Hauptsache nicht alleine
Borgomanero
für Sicherheit ist gesorgt
hier sind die Folontieri für die Sicherheit zuständig
die dürfen das …
die dürfen das …
freie Fahrt
Ankunft am Ziel
nur für grosse Leute
Dusche mit Treppe
Fahrt auf Relive