Donnerstag, 28. Mai 2026
Tag 8
Imperia - Nizza
96km 770HM
Mit dem Frühstücks-Gutschein von Davide in der Tasche marschieren wir ins Städtchen und kehren im erstbesten Café ein, das bereits Schatten bietet und geniessen den Zucker- und Koffeinschub. Oh Wunder, der Gutschein wird entgegenkommen, obwohl ich keine Lust mehr hatte, die 3minütige Sprachnachricht von Davide abzuhören, um zu erfahren in welchen Lokalen dieser gültig sei. Gestern hatten zwei Kaffee und zwei Cornetti zusammen 3.30 Euro gekostet, immerhin….
Heute stellen wir uns auf „schöggele“ ein, denn es geht auf Meereshöhe Richtung Westen. Der Radweg ist super ausgebaut und folgt auch hier einer ausgedienten Bahnlinie. Manchmal auch durch lange, kühle Tunnels, welche sogar mit Musik bespielt sind. Mit dem Rückenwind brauchen wir selbst nicht mal viel zum Vorwärtskommen beizutragen. Die Sicht die sich auf das Meer bietet ist einfach phantastisch. Der Weg ist Teil des Ciclovia Tirrenica, welcher der gesamten ligurischen Küste folgt.
Wir fahren durch Orte mit den wohlklingenden Namen wie San Remo und Ventimiglia. In Latte nicht weit vor der Grenze zu Frankreich macht uns ein Schild stutzig. Die Strasse sei in 2km „Chiuso per lavori“ und der Übergang nach Frankreich nicht möglich. Nach der Suche nach Umwegen, die alle in Sackgassen enden, nehmen wir das Risiko in Kauf und fahren die 2km auf die Baustelle zu, denn oft kann man mit Fahrrädern „durchschlüpfen“. Nicht hier, ein Tunnel wird saniert und alles ist dicht. Also zurück nach Latte und dort den Berg hoch auf die Alternativroute. Das „Schöggele-Programm“ ist für heute definitiv vorbei. Dafür hat man in grösserer Höhe auch eine bessere Übersicht über die Küste. In Ponte San Ludovico verlassen wir Italien und weiter gehts nach Menton und Richtung Monaco. Mit dem Fahrrad durch Monaco, wer hätte das gedacht, der Stadt die ich nur von den Formel 1 Rennen kenne. So wie wir den gigantischen Hochhäusern näher kommen um so dichter wird der Verkehr mit seinen komplizierten Kreuzungen. So kurven wir kreuz und quer durch die Stadt, hinauf, hinunter auf der Suche nach dem Casino. Dann stehen wir davor und mit uns gefühlt tausende Touristen mitten in den Leitplanken, Sicherheitsnetzen und Tribünen die jetzt für den GP am 7. Juni aufgebaut werden. Remo zeigt mir begeistert die berühmten Kurven wie die La Rascasse oder die Schwimmbad-Kurve und ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich in dieser Enge schnell bewegen kann. Ich für mich fühle mich in dem Moment eher gefangen in diesem ganzen Tohuwabohu und bin komplett platt von all den Eindrücken und der Hitze, während Remo mir euphorisch erklärt wo die Fahrer Tausendstelsekunde herausholen.
Die Navigation in Monaco ist komplex, der Verkehr führt nämlich auf mehreren Etagen und mit vielen Tunnels und Einbahnstrassen durch die Stadt und man sieht auf der Karte nicht, auf welcher Etage man sich gerade befindet. Irgendwie schaffen wir den Ausstieg dann doch und wir lassen Monaco hinter uns.
Die Weiterfahrt ist hüglig und auf der normalen Hauptstrasse mit ordentlich Verkehr. Ordentlich auch in dem Sinne, dass uns meist rücksichtsvoll und zuvorkommend begegnet wird, nicht zu vergleichen mit dem kroatischen Verkehr letztes Jahr.
In der Agglo von Nizza haben wir eine kleine Wohnung reserviert und die vielen Bilder und Hinweise helfen uns, alleine in die Garage und in die Wohnung im 6. Stock (mit Aufzug) zu kommen.
In der Nachbarschaft gibt es kleine Bars und Restaurants und wir essen auch heute sehr lecker gleich um die Ecke.
Frühstück
Imperia
Tunnel mit Musik
San Remo
Riesiger Mercato in Bordighera
Mercato
Mercato
Einer der Pelzhändler schläft im Bus auf seinen Fellen
Mittagspause
Menton
Menton
Monaco
Casino
Fassadenarbeiten
Hafen von Monaco
Cap d‘Ail
Nizza
Ziel erreicht
Aussicht
Fahrt auf Relive