Samstag, 6. Juni 2026

Tag 17

Tournon-sur-Rhône- Lyon


107km 347HM

Tournon-sur-Rhône ist auf jeden Fall eine Reise wert und unsere Unterkunft „Gite Le Pied Du Géant“  empfehlenswert, einzig man muss auch in diesem Haus mit seinen Treppen sehr geländegängig sein. Auf dem Weg hinunter spricht uns Sandra wegen der Umleitung von gestern an. Zwei „Gümmeler“ wollen mehr darüber wissen, denn sie sind unterwegs nach Süden und kommen heute dort vorbei. Wir zeigen ihnen unsere Aufzeichnung auf der Karte die sie dann auch fotografieren. Vor uns gehen die beiden hinunter und zur Eingangstüre hinaus und lassen diese vor unserer Nase zuknallen. Bitte, bitte, man hilft ja gern. 

Während in den Strassen der Waren-Markt aufgebaut wird, machen wir uns auf den Weg. Schade eigentlich, wir wären gerne noch geblieben. Die Temperaturen sind am Morgen jeweils frisch und sehr angenehm und auf der gute ausgebauten Rhône-Route steht ein einfacher Tag bevor.  So rollen wir in den Tag und geniessen die Landschaft wo der Weinbau dominiert, aber auch Obst und Getreide angebaut wird. Wie in Italien sieht man auch hier oft ehemalige Landwirtschaftsflächen die aus irgendwelchen Gründen nicht mehr bewirtschaftet werden. Die Natur organisiert sich dort selber und die Neophyten übernehmen das Zepter. Bei uns nennt man diese auch „Biodiversitäts-Flächen“
Um die Mittagszeit haben wir schon fast die Hälfte der Strecke geschafft. Unter Reben auf der Tribüne des lokalen Pontonier-Clubs in Condrieu machen wir Pause. Es gibt viele Pic-Nic Plätze auf der Route aber die schattigen sind um die Mittagszeit oft besetzt. 

Bei Kilometer 80 ist dann plötzlich fertig mit Asphalt. Der offizielle Radweg führt in den Busch, durch Unterholz und hohes Gras. Manchmal ist nur noch ein schmaler Streifen befahrbar. Gelegentlich kommen ein paar Einzelkämpfer entgegen, diese machen uns Hoffnung, das der Weg doch noch irgendwo hinführt. Einer dieser Einzelkämpfer mit seinen Badelatschen auf dem Gepäck hat uns heut bereits schon einmal ohne zu grüssen überholt. Bei einer Abzweigung holen uns die Badelatschen wieder ein und er erkundigt sich bei uns, wo es wohl lang gehen könnte. Er reklamiert dass es keine Schilder gebe. Er entscheidet sich dann für einen anderen Weg als wir. Nach etwa zehn Kilometer ist der Spuk vorbei und wir biegen wieder auf die markierte Piste ein, als wäre nichts gewesen. Also so ganz seniorengerecht war jetzt dieser Abschnitt kurz vor Lyon nicht. 

Langsam kommt Lyon in Sicht. Beim Zusammenfluss der Saône und der Rhône fällt ein riesiges futuristischen Gebäude auf. Es ist das 40 Meter hohe „Musée des Confluences“. Es wurde von einer österreichischen Architektengruppe geplant 2014 fertiggestellt. Übrigens: Die Planungs- und Bauzeit betrugen anstatt 4 Jahre ganze 14 Jahre und die Kosten nicht wie veranschlagt 60 Millionen sonder 300 Millionen Euro.  Die Gegend um den Zusammenfluss wurde aus industriell genutztem Gelände entwickelt und alles ist chick und modern. Bei einem Stop überholen uns die Badelatschen wieder, diesmal wieder grusslos. 

Mit rund 520‘000 Einwohnern ist Lyon die drittgrösste Stadt Frankreichs und wir hatten uns die Einfahrt ähnlich wie in Paris mit seinen Banlieus vorgestellt, aber die Stadt begrüsst uns freundlich. Wir finden die Unterkunft zügig und Agnes steigt extra zu uns hinunter um uns zu helfen im überstellten Velokeller des Gebäudes einen Platz zu finden. Auch ihr Velo hat wie die meisten im Raum einen Platten, dient aber noch dazu, mein Velo daran anzuketten. Agnes ist überhaupt sehr hilfsbereit, bevor wir uns wehren können, packt sie Gepäckstücke und wieselt damit in den zweiten Stock, während wir mit dem Rest im Aufzug hochfahren. 
Wir wohnen heute in der Wohnung von Agnes, in einem riesigen Zimmer das sicher fast 60m2 misst. Anscheinend vermietet sie zwei solcher Zimmer in der schönen Altbauwohnung. Den Rest der Wohnung bewohnt sie selber. Nicht schlecht… 

Nur unweit von der Wohnung sind grosse Einkaufsstrassen wo wir unseren „Anleger“ nehmen. Die „richtige“ Altstadt liegt ennet der Saône, dort gibt es Hunderte Beizen und Beizlis. Wieder einmal die Qual der Wahl. 



Tournon-sur-Rhône


Tournon-sur-Rhône


Tournon-sur-Rhône



Port Marcel Guinand

Aprikosen

Vion

eines der vielen Wasserkraftwerke

Sarras

die Rhone fast so breit wie ein See