Donnerstag, 21. Mai 2026

Tag 1

Oensingen - Domodossola via Thun

106km 694HM


Heute ist es soweit, wir brechen zu einer neuen Velo-Tour auf. Die Routenplanung und das Reservieren der Zimmer haben wir bereits im März abgeschlossen und so bleibt heute nur noch das Packen und das Losfahren.

Der Ausgangspunkt unserer Fahrt in den Süden soll wieder Domodossola sein. Von Oensingen bis nach Thun ist heute leichtes Einfahren angesagt und dann mit der Bahn via Lötschberg direkt nach Domo.

Gegen halb neun haben wir dann endlich fertig gepackt und die Räder gesattelt. Die Bise schiebt uns fast von alleine nach Thun, und so sind wir schon kurz nach Mittag dort und haben Zeit beim Reber am Plätzli ein Sandwich zu essen. Um die Wartezeit zu überbrücken gibt es am Bahnhof noch ein Glacé. Das gibt bestimm einen kurzen Blog-Eintrag heute, denke ich mir. 

Pünktlich geht um 14 Uhr die Reise mit dem Zug weiter Richtung Süden. In unserem Wagen gibt es genügend Platz für uns und die Räder und wir sind froh, dass wir an einem Wochentag reisen können. Kurz vor Brig sehen wir auf der Anzeigetafel, dass sich die Ankunft in Domodossola um 30 Minuten verspäten wird. Egal, wir haben Zeit, unsere Ankunft in der Unterkunft haben wir zwischen 4 und 5 Uhr angegeben, das passt immer noch. 

In Brig ist es vorbei mit der Ruhe, der Zug füllt sich rasch, aber es gibt keine Abfahrt, auch keine Verspätete. Die Zugbegleiterin kommt in den Wagen und erklärt, dass dieser Zug heute nirgendwo mehr hinfährt und alle aussteigen sollen. Aufgrund eines Gleisschadens im Iselle-Tunnel ist keine Durchfahrt möglich, es werden Ersatzbusse aufgeboten… 

Genau, eine Busfahrt mit unseren schweren, bepackten Drahteseln wird bestimmt lustig. Wir steigen aus und während Remo die Route über den Simplon berechnet, suche ich den Info-Schalter der SBB auf. Die Information über die Sperrung ist erst jetzt dort eingetroffen. Der junge Mann am Schalter meint, wir sollen doch erst morgen nach Domodossola reisen. Falsche Antwort, als er das merkt, meint er: nehmt doch das 16 Uhr Poschi bis Gondo, dann gehts nur noch runter. Wir müssten einfach den Platz für die Velos vorgängig reservieren. Das könnte passen. Die Idee mit dem Velo über den Simplon zu fahren - immerhin ist es schon halb vier und die Akkus und wir auch nicht mehr ganz frisch - verwerfen wir rasch.

Die Option Linien-Poschi scheint machbar, trotzdem frage ich noch einen Taxi-Fahrer, ob Zerzuben-Taxi auch Busse hat und Velos transportieren kann, er meint ja, aber das sei dann sehr teuer…  Aber wenn wir in Brig übernachten müssten, hätten wir die Unkosten mit zwei Hotelzimmern auch… 

Irgendwie schaffen wir es rechtzeitig auf der SBB App die Velos im 16 Uhr Postauto nach Iselle zu reservieren ohne nochmals eine Tageskarte für die Velo lösen zu müssen. Das Postauto kommt und während Remo die Velos an die Haken am Heck hoch hievt füllt sich der Bus rasch. Ich habe Bedenken, dass das Poschi mit unseren Velos aber ohne uns abfährt. Aber das fährt noch lange nicht, Leute steigen ein, steigen wieder aus, kommen wieder zurück und steigen wieder ein. Ich nutze die Zeit und begebe mich zum Chauffeur, der heute wohl den umsatzstärksten Tag auf der Fahrt nach Iselle erlebt und gebe ihm Bescheid, dass am Heck unsere Velos mitfahren und wir diese gerne in Gondo runter nehmen würden. 

Und so kommen wir unverhofft auf eine schöne Fahrt über den Simplon, sogar mit touristischer Ansage über die Sehenswürdigkeiten, die man aber in dem völlig überfüllten Bus nicht verstehen kann. Während der Fahrt gebe ich der Vermieterin Bescheid, dass wir nicht rechtzeitig ankommen werden und sie doch den Schlüssel legen soll. Das macht Fabiola auch, aber nicht bevor ich ihr die Fotos von unseren ID‘s geschickt habe. Also noch ID‘s beidseitig fotografieren (stehend auf der kurvenreichen Strasse) und das ist geregelt. 

Wir steigen dann doch erst in Iselle aus und düsen an einem kleinen Fluss entlang talwärts. Es gäbe noch eine Naturstrasse auf der anderen Seite des Flusses, aber diese löst sich immer mehr in Wiese auf und wir kehren um und bleiben doch lieber auf der Hauptstrasse. Es ist ein wunderschönes Tal aber wir schauen, dass wir vorwärts kommen. So erreichen wir nach zusätzlichen 19 Velo-Kilometern und letztendlich nur etwa zwei Stunden später am ersten Tagesziel an. Diese Route hat auch sein Gutes, denn so haben wir die Treppe am Bahnhof Domodossola elegant umschifft, denn dort ist der Aufzug seit Jahren defekt und ich weiss nicht wie oft wir dort die Räder schon die Treppe hoch zum Zoll getragen haben. 

Den so ersehnten Apéro auf der Piazza haben wir abschreiben müssen, dafür geht es nach dem Duschen gleich zum Znacht über und bei leckeren Pasta und einem feinen Wein lassen wir den ersten Ferientag sacken.

andiamo

Biotop bei Worblaufen

Stockhorn in Sicht

„am Plätzli“ Thun

alles im grünen Bereich

30 Minuten Verspätung

hoppla…. 

Stehe still und sammle dich

Happy, einen Platz im Poschi ergattert zu haben… 

ohne Handy geht gar nichts

langsam gibt‘s Platz

schöne Fahrt über den Simplon

ohne Worte

Brücke über den Torrente Diveria 
(Bild geklaut)

Torrente Diveria 

Domodossola

haben wir uns verdient ;-)