Sonntag, 24. Mai 2026
Tag 4
Chivasso - Turin
32km 168HM
Heute Pfingstsonntag lassen wir es gemütlich angehen. Auf dem Marktplatz gegenüber unserer Unterkunft werden schon emsig Marktstände aufgestellt. Dort wo gestern noch ein grosses Fest gefeiert wurde, ist die Farbe weggefegt und heute findet ein Flohmarkt statt. Auf dem Rückweg vom Kaffee nehmen wir uns Zeit und schauen uns das Angebot etwas an, kaufen können wir ja eh nichts. Immer wieder spannend, was es alles gibt und offenbar immer mal wieder einen Abnehmer findet. Falls also noch jemand eine Betriebsanleitung für einen uralten Fiat Topolino sucht oder ähnliches, dort wird er bestimmt fündig.
Die heutige Destination ist Turin, also nur ein kurzer Hüpfer. Direkt von Novara nach Turin schien in der Planung etwas lang. Insbesondere wenn man die Strassenverhältnisse und das Wetter noch nicht kennt. Aus heutiger Sicht hätten wir es schaffen können, dann hätten wir aber das nette Städtchen Chivasso nicht kennengelernt. So schauen wir, dass wir zur Check-Out Time um 10 den Schlüssel zurücklegen und weiter ziehen.
Die Reisfelder werden immer häufiger von Mais abgelöst und die Hügel kommen immer mehr in Sicht. In San Mauro findet auf der alten Brücke ein Mercato mit regionalen Spezialitäten statt. Mehr als ein Körbchen Erdbeeren liegt leider nicht drin, obwohl es noch viele andere Leckereien gehabt hätte.
Die Einfahrt in Turin ist easy, immer schön unter Bäumen einem Nebenarm des Po‘s entlang, einem Naherholungsgebiet der Stadt und schwupps stehen wir vor der Cattedrale di San Giovanni Battista. Während wir im Schatten sitzen versuche ich die laufend eintreffenden Informationen von verschiedenen Vermietern zu sortieren. Manchmal Anfragen für Ausweispapiere, manchmal Instruktionen wie man in das Gebäude rein kommt und das schon Tage im Voraus. Den Überblick zu behalten, was im Augenblick für uns relevant ist, und was nicht, ist nicht immer ganz einfach. Als ich Remo vorlese, dass wir morgen im 5. Stock wohnen werden und es keinen Aufzug gäbe, braucht er gleich einen präventiven Energieschub in Form einer Tüte Gummibärchen. Schauen wir dann morgen, ist meine Devise.
Bei grosser Hitze bummeln wir zu unserer Unterkunft von heute - 3. Stock notabene - aber immerhin mit Aufzug. Der zugewiesene Zugangscode passt für alle 4 Türen und Tore die zu passieren sind, auch nicht schlecht. Im Innenhof suchen wir den versprochenen Fahrradständer, der ist aber mit alten Velos und einem Sack mit Bauschutt zugestellt. Die Vermieterin scheint schon lange nicht mehr nach dem Rechten gesehen zu haben. Wir werfen das Gepäck ab und schauen uns die viertgrösste Stadt Italiens etwas genauer an. Den Mole Antonelliana wollen wir unbedingt sehen. Der 167,5 Meter hohe Turm sieht aus der Ferne viel eindrücklicher aus, als wenn man genau davor steht
Von den vielen Souvenierständen lassen wir uns verleiten und kaufen ein paar Postkarten und gleich die Briefmarken dazu. Als der Verkäufer erwähnt, wir sollen die Karten dann in die kleine orange Plastikbox vor seinem Laden einwerfen, finde ich das eine nette Geste. So spart man sich die Suche nach einem Briefkasten. Erst beim Aufkleben der Marke sehe ich auf der Rückseite des Bogens, dass man die Karten mit diesen Marken nicht in die offiziellen Briefkästen einwerfen soll, denn es sind gar keine Marken der Post sondern von einem privaten Anbieter. Nun wundert es mich auch nicht, dass diese doch einen ordentlichen Preis gekostet haben. Da sind wir mal gespannt, ob die Grüsse auch ausgeliefert werden.
Obwohl Sonntag ist haben die Läden offen und selbstverständlich finden sich in den imposanten Laubengängen sämtliche grossen Modebrands die man so kennt. Aber shoppen ist auf Velotour eh kein Thema und so schonen wir Budget und Gepäck-Gewicht.
Für das Abendessen suchen wir uns ein Plätzchen in der zweiten Reihe und werden nicht enttäuscht. Das Ossobucco und die Pasta sind einfach ein Traum.
Da kaum Empfang hier, werden ich weitere Bilder später hochladen, sorry….
Flohmarkt in Chivasso
Flohmarkt in Chivasso
Ob die noch geniessbar sind?
Only Time Studio in Chivasso
das erste Mal am Po
da kann man nicht widerstehen
Sogar Trinkwasser gibt es bei der Gelegenheit
Ziel erreicht
vorgesehener Velostand-Platz
bummeln
alles riesig
Ossobucco
Amerikanerin am Nebentisch
War trotzdem sehr schön hier
Fahrt auf Relive