Freitag, 12. Juni 2026

Tag 23

Montbéliard - Oensingen

105km 1’143HM

Zum letzten Mal heisst es, alle Säckchen und Tüten mit unseren Sachen in die Sacochen zu stecken. Ein gewisses System rein zu bringen hat auch auf dieser Tour nicht funktioniert, es muss am Ende einfach alles mit. 

Nach dem Hinuntertragen von Velo und Gepäck hinterlege ich mit dem 9-stelligen Code (!!) von Greg‘s Hochsicherheits-Schlüssel-Box zum letzten Mal Schlüssel. Auf das von ihm geforderte „digitale Check-Out“ verzichte ich und los gehts zum Bäcker und ab auf die Piste. Fehlerfrei fädeln wir in Montbéliard aus, wieder vorbei an dem schönen „Parc du Près-la-Rose“ mit riesigem Pflanzen-Labyrinth und Skulpturen. Eine davon ist die 35m hohe Skulptur mit verschiedenen Sonnenuhren. 
Nur noch etwa 10km folgen wir dem Fluss L’Allan und nach rund 20km überqueren wir zwischen Delle und Boncourt die Grenze zur Schweiz. Die Wetterprognosen für heute haben sich in den letzten Tagen leider verschlechtert, der Himmel bleibt bedeckt und es ist kühl. Dafür scheint das Regenradar sauber zu sein. In Porrentruy fahren wir am riesigen Lamborghini-Showroom von Roland Affolter vorbei; Wahnsinn, was dort so herumsteht. 

Aber wir haben ja noch einen Pass zu erklimmen und um 11 Uhr erreichen wir Les Rangiers auf 856m. Genau dort setzt der Regen ein, zuerst nur Nieselregen und wir entscheiden uns, nicht im Restaurant „Les Rangiers“  abzuwettern sondern gleich die Abfahrt in Angriff zu nehmen. Meine Regenjacke ist griffbereit, aber in welcher Tasche sich die Regenhose befindet, kann ich nach der logistischen Meisterleistung beim Packen heute nicht mehr sagen. Augen zu und durch, während der Abfahrt wird der Regen stärker und wir ziehen durch bis Delémont. Der Regen hier im Tal hat aufgehört und in einem Café beim Bahnhof kehren wir ein und wärmen uns auf. 
Via Moutier und Gänsbrunnen gehts weiter in den Naturpark Thal. In Welschenrohr rollt bereits die nächste Regenwand vom Berg her an und wir lassen es rauschen. Mit viel Rückenwind sausen wir durchs Thal heim zu und erreichen um halb drei bereits Oensingen. 

Etwas wehmütig, dass es vorbei ist checken wir zu Hause wieder ein. Nach 2‘000 gefahrenen Kilometern mit 12‘000 Höhenmetern und nach 21 verschiedenen Zimmern sind wir glücklich, dass alles planmässig und vor allem unfallfrei verlaufen ist. Die beiden Pannen sind schon fast vergessen und wir sind dankbar, dass uns auch auf dieser Tour immer das zugefallen ist, was wir in einer bestimmten Situation brauchten; eine Fahrradpumpe zum Beispiel als wir den Platten hatten… 
Es hat aber auch gut getan, die eigene Komfortzone wieder einmal zu verlassen und sich auf Unbekanntes einzulassen und neugierig zu sein, was der neue Tag bringt. Aber auch immer wieder durchzuhalten wenn es mal nicht nur schön war und der Kopf oder der Allerwerteste schon längst lieber gechillt hätten. 

Grazie und merci an alle die uns in Gedanken begleitet haben und zu Hause zum Rechten geschaut haben und danke natürlich meinem Schatz Remo, dass wir gemeinsam solche coole Reisen unternehmen dürfen. 

Abreise aus Montbéliard

Skulptur mit Sonnenuhren

Les Rangiert 

Wandgemälde an der EJB Ecole Jurassienne du Bois in Delémont


auch sie haben eine Dusche verdient 

unser Türli auf einen Blick