Montag, 25. Mai 26
Tag 5
Turin - Saluzzo
88km 155HM
Bis wir startklar sind wird es halb zehn, aber ohne Cornetto geht eben gar nichts. Bevor wir die Stadt verlassen, wollen wir noch an den Po fahren, von wo man Sicht auf die imposante Häuserzeile und den Mole Antonelliana hat. Am Hang gegenüber entdecken wir eine Kirche und wir düsen dort hoch und die paar Höhenmeter haben sich wirklich gelohnt. Vom Monte di Cappuccini bietet sich ein fantastischer Blick auf Turin. Dort brannte übrigens auch das olympische Feuer während der olympischen Spiele 2006.
Wir kommen gut aus dem Zentrum raus, aber auch Turin hat seine Gürtel wo jene wohnen denen es weniger gut geht. Dann sieht man noch jene, denen es noch schlechter geht, als jenen, denen es weniger gut geht (frei nach Mani Matter). Sprich: sie liegen neben dem komplett zugewachsenen und zugemüllten Radweg, welchen offenbar nur die unwissenden und naiven Radreisenden wie wir benützen. Das ist das erste Mal auf dieser Reise, wo ich ein mulmiges Gefühl habe. Männer aus Afrika, die teils apathisch am Boden sitzen oder ihren Drogenrausch ausschlafen. Zum Glück ist das nur eine kurze Strecke und der „Underground“ spuckt uns wieder aus.
Es ist ein heisser Tag und wir zwingen uns regelmässig zu trinken, obwohl das Wasser im Bidon rasch Tee-Temperatur annimmt. Plötzlich taucht wie aus dem Nichts ein Schloss auf. Herzog Viktor Amadeus II wünschte sich zu seiner Zeit im Jahre 1729 ein adäquates Jagdhäuschen et voilà! Stupinge und das Schloss zählen heute zum UNESCO Weltkulturerbe und wer sich dafür interessiert, unbedingt googlen.
Auf der heutigen Etappe befahren wir zwischen Airasca und Moretta ein 18 Kilometer langes, ehemaliges Bahntrassée mit Rastplätzen in fast jedem Ort. In Scalenghe gibt sogar Verpflegungsautomaten, wo man gekühlte Getränke oder auch Kaffee kaufen kann. Damit hätten wir nicht gerechnet. Den schattigen Platz nutzen wir für die erste Revision der Fahrradketten. Hege und Pflege eben. In Moretta kehren wir in einer Bar kurz ein für eine weitere innerliche Abkühlung.
Nach fast 90 Kilometern erreichen wir Saluzzo, wo uns Sergio in Empfang nimmt. Vermutlich war es ihm zu kompliziert zu erklären wo alles ist. Wir wohnen tatsächlich im 5. Stock aber es gibt einen Miniaufzug, also die Gummibärchen gestern hätte es nicht gebraucht. Die Räder müssen in den Keller in ein privates Abteil. Das schaffen wir doch.
Saluzzo ist ein sehr sympathisches Städtchen mit allem was es braucht: Bars, Restaurants, Gelaterias…
Strassenbahn gleich vor unserem Haus
Treppenhaus
von uns definierter Parkplatz
nicht der von der Vermieterin
startklar
fantastischer Blick über Turin
Kampf mit dem widerspenstigen Brunnen
alles was das Herz begehrt
ehemaliges Bahnhofsgebäude
Ausgestellt beim Gemeindehaus
Vielleicht gehört er dem Bürgermeister?
Pause in Moretta
ohne Worte
Energie aufmunitionieren
Fahrt auf Relive