Samstag, 23. Mai 2026

Tag 3

Novara - Chivasso

93km 231HM


Das Frühstück gibt es heute auf der Piazza. Einige Vermieter von Zimmern geben Gutscheine von einem benachbarten Café ab. So auch heute und wir müssen aufpassen, dass die frechen Spatzen nicht vor uns an den Cornetti sind. 

Vor der Weiterfahrt wollen wir unbedingt den von weit sichtbaren Glockenturm besuchen. In den dichten Häuserzeilen in der schönen Altstadt versteckt er sich aber erstaunlich gut. Der Turm ist 121 Meter hoch und für die Zeit als er gebaut wurde eine absolute Meisterleistung. Es gibt geführte Touren auf den Turm, die Besucher müssen jedoch Bauhelm und Sicherungs-Geschirr tragen. Na da verzichte ich gerne. Trotzdem sehr imposant. Auch die Festungsanlage „Castello Visconteo-Sforzesco“ ist eindrücklich, zumindest was davon erhalten ist. 

Die Ausfahrt aus Novara geht zügig und bald pedalen wir wieder durch die endlos weiten Reisfelder mit ausgeklügeltem Bewässerungssystem. Mal 7km in die Richtung, dann wieder 5km in jene. Manchmal führt der Weg zwischen zwei Bewässerungskanälen durch und ich habe  schon gestern nach Nutria Ausschau gehalten, die Bisamratten, die im Wasser so putzig aussehen. Plötzlich rast eines dieser Nager aus dem linken Kanal vor meinem Velo durch und stürzt sich mit einem riesigen „Plopp“ in den Kanal rechts. So putzig sehen sie an Land dann doch nicht aus. 

Da grösser Orte in den grossen Ebenen rar sind, kehren wir in Vercelli ein, auch das ein Städtchen, dass sympathisch ist und man gut etwas länger verweilen könnte. 

Die Temperaturen steigen heute bereits über 30° C und wir bekommen ein erstes Müsterchen, wie die nächsten Tage etwa sein könnten. Zudem sind Schattenplätze sehr rar in der Poebene.

Einige Streckenabschnitte sind wirklich ätzend, völlig zugewachsene Radwege, wo das Gras kniehoch an den Beinen kitzelt und die Moskitos und Brennnesseln gnadenlos ihr Unwesen treiben. Dann wieder ein frisch angelegter und seidenfeiner Asphaltbelag, der dann unverhofft an einer Absperrung endet. 

Bei der Einfahrt in Chivasso sind wir erst enttäuscht, aber wir hatten die Innenstadt mit ihren Geschäften und Bars noch gar nicht erreicht und das Städtchen entpuppt sich als sehr hübsch mit Laubengängen. Auf einem grossen Platz ist eine laute Party in Gange mit Musik und ganz viel Farbpulver in der Luft. Der Anlass heisst auch „Hope Color“. Am späteren Abend sind alle Teilnehmenden, Kind und Kegel von Kopf bis Fuss mit farbigem Puder coloriert… 

Unser heutiges Ziel erreichen wir pünktlich um 4 Uhr. Desirée, die Vermieterin von heute, hat an der Hauptstrasse ein Schmuckgeschäft und sieht uns bereits ankommen. Sie begrüsst uns freundlich und unsere Wohnung ist in einem Mehrfamilienhaus neueren Datums gleich hinter ihrem Geschäft. Alles sieht toll aus und genau so toll lottert und wackelt alles was man in die Finger nimmt. Aus das ist Italien. 

Da sehr viele Leute unterwegs sind, schauen wir dass wir um 19 Uhr einen Tisch ergattern können. In der Pizzeria Vecchio finden wir diesen Platz und während wir bei Risotto und Tagliatelle sitzen, füllt sich die Gartenterrasse und immer mehr Tische werden hervorgeholt und links und rechts angebaut. Das nennt man flexible Geschäftsführung. Alles in allem: Feines Essen bei einem Ambiente wie auf dem Kinderspielplatz. 

ne ne, Freundchen… 

Basilika San Gaudenzio

Teil der Eingangstüre aus Nussbaum

Basilika San Gaudenzio

Castello die Novara

Schleusen für die Bewässerung der Reisfelder

Gefährliche Strasse

finito

im Hintergrund die Duforspitze

Kunst in Ronsecco

Ronsecco

Mit Kunstrasen-Minogolf

Wege mal so…. 

… mal so

können aber auch abrupt enden… 

stillgelegtes AKW, hinter den Türmen ist ein riesiger Solarpark

Laubengänge in Chivasso

Chivasso