Sonntag, 31. Mai 26
Tag 11
St. Raphaël - Le Lavandou
80km 496HM
Der heutige Reisetag hätte beinahe nach 50 Metern geendet. Wir fahren gerade vom Hotel weg und da wir uns in einer Einbahn befinden fahren wir noch ein paar Meter auf dem linken Trottoir. Und dann Päng, eine Türe fliegt nach aussen auf und eine Frau mit Brötchen auf einem Teller tritt genau vor mein Vorderrad. Ich glaube wir stossen in dem Moment gleichzeitig einen Schrei aus, entschuldigen uns gegenseitig und weiter gehts.
Die Route führt oft durch die Quartierstrassen in der zweiten Reihe. Schicke Wohngegend nehmen wir an, man sieht meist nicht hinter die Zäune, aber auch die vielen blauen Flecken auf dem Navi deuten darauf hin, dass zu jedem Grundstück ein Swimmingpool gehört.
In Port Grimaud biegen wir ab nach St. Tropez. Liegt eigentlich nicht am Weg, aber wenn wir schon mal hier sind. Auch St. Tropez ist eine weitere Stadt der Superlative, auch in Bezug was so in und vor den Häfen im Wasser schwimmt. Am alten Hafen sehen wir uns kurz um und schieben dann die Fahrräder durch die engen Gassen. In einem winzigen Restaurant kehren wir ein und ziehen das Gewusel der Stadt bei einem Salat etwas rein. Immer sehr spannend sind die Influencer. Erst später haben wir gelesen, dass gestern Ralf Schumacher seinen Lebenspartner in St. Tropez geheiratet hat, nun dann sind wir halt zu spät gekommen.
Ein grosser Teil der weiteren Strecke haben wir wieder ein Eisenbahntrassée unter den Rädern, mit angenehmen Steigungen und coolen Ausblicken auf‘s Meer.
In Le Lavandou finden wir unser Hotel erst im zweiten Anlauf. Die Räder kommen auf die Terrasse im ersten Stock, der Aufzug ist leider zu klein, aber immerhin das Gepäck darf fahren. Unser Zimmer ist eine winzige und zudem mit dunklen Möbeln ausgestatte Kammer. Nachdem wir alle Gepäckstücke auf den Boden abgestellt haben, hat kein Fuss mehr auf dem „gemusterten“ Teppich Platz. Die Hitze macht das Enge-Gefühl auch nicht besser. Wir werden bei künftigen Buchungen auch der Quadratmeter-Zahl der Räume mehr Beachtung schenken.
In der Situation brauchen wir erstmal ein Bier und setzen uns am Hafen in eine Bar. In der Annahme ein Amber zu bekommen bestellen wir das „Ruby“. Dummerweise ist es das Bier, das mit roten Früchten gebraut wird und eher wie ein zu süsser Himbeersirup schmeckt. Nach der Dusche im ebenfalls winzigen Bad machen wir uns auf die Suche nach einem Tisch. Noch nicht alle Restaurants haben geöffnet und so steuern wir einfach eines an. Der Aussenbereich ist viel grösser als angenommen und langsam füllt sich das Lokal. Während wir auf das Essen warten, reklamieren die Leute am Nebentisch bereits, dass sie nicht länger warten können, sie lassen die halb leergetrunkene Flasche Wein und ein 50 Euro-Schein zurück. Das kann ja heiter werden. Immer wieder hören wir die Chefin zu den Gästen sagen: „Je suis désolé“ und mit den Schultern zucken. Die leeren Tische werden nicht mehr abgeräumt, während sich vor dem Lokal eine immer längere Schlange bildet. Diese löst sich aber irgendwann auf, da sich vom Team gar keiner mehr um sie oder die unaufgeräumten Tische kümmert.
Ich habe für mich den Kabeljau bestellt und natürlich nicht daran gedacht, dass der mich auf dem Teller noch anschauen könnte. Das tut er natürlich und die Polenta ist kalt. So habe ich heute zum „schlechtesten“ Zimmer auch gleich noch den kulinarischen Tiefpunkt eingezogen.
Morgen in St. Raphaël
Lingerie vom Hotel
Abreise
St. Raphaël
Fréjus
Fréjus
bei Gassin
Altstadt St. Tropez
alter Hafen
und keiner räumt ab…
darin wurde heute tatsächlich Pizza gebacken
Fahrt auf Relive